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Tag des Mädchenfussballs beim TSV

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... Frauenfusssball beim TSV 1848 Hungen

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... Frauenfusssball beim TSV 1848 Hungen

... Frauenfussball im Sportkreis Giessen

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... TSV 1848 Hungen

Sonstige

Tag des Mädchenfußball

HR zu Gast in Hungen

Am Tag des Mädchenfussballs (5/99) wurde die Werbetrommel landesweit auf Initiative des Hessischen Fußballverbandes gerührt.

Der Sportkreis Gießen hat als Veranstalter den TSV 1848 Hungen gefunden. Trotz langer weiblicher Fußballtradition - seit 28 Jahren kicken die Frauen mit wechselndem Erfolg und seit 23 Jahren gibt es auch Mädchenmannschaften - hat man auch hier gravierende Nachwuchsprobleme. Ein Grund für den Vorstand des TSV sich an der Werbeaktion zu beteiligen.

Was der TSV am Wochenende auf die Beine stellte, ging weit über den Mädchenfussball hinaus. Es wurde zu einem Sportfest für Jung und Alt, zu dem auch eine Vortrags- und Diskussionsrunde über Sport als Prävention gegen Drogen und Gewalt in unserem Staat zählten. Am Samstagabend trafen sich Jugendliche und genossen Lagerfeuerromantik und Gitarrenmusik. Am Sonntagmorgen, nach einer frischen Nacht in Zelten, startete ein Fussballturnier "4 gegen 4" auf dem Sportplatz an der Lindenallee, an dem sich auch Jungen beteiligten.

Währenddessen hielt der TSV eine Kinderturnstunde, motivierte die Modern Dance Gruppe des Vereins das Publikum zum mitmachen. Auf dem Hartplatz des benachbarten Tennisvereins wurde Fussballtennis gespielt. Auf einem Fußballparcours zeigten die Fussballer/Innen, wie gut und geschickt sie den Ball über Hindernisse lenken können.

Bürgermeister Klaus Peter Weber, Schirmherr des Tages des Mädchenfussballs, überreichte nicht nur den Siegern des Turnier "4 gegen 4", die Urkunden, sondern hatte die silberne Ehrenplakette des hessischen Ministerpräsidenten für den TSV 1848 mitgebracht. Er dankte den Vorstandsmitgliedern Inge Jackl und Wolfgang Becker für die Ausrichtung der kreisweiten Veranstaltung.

Ein positives Resümee zog Petra Sattler. Zufrieden war die Trainerin des Frauen-Mädchenfussball im TSV 1848 und Organisatorin der Veranstaltung, die nicht ausschließlich von kickenden Mädchen bestritten wurde. Mehr Interesse hatte sie allerdings an den Kurzreferaten erwartet, die sich vor allem mit der Situation von Kindern und Jugendlichen beschäftigten.

Horst Gerhard vom Beratungszentrum Grünberg/Laubach, das auch in Hungen vertreten ist, sprach über Ursachen, die zur Drogenabhänigkeit führen können. Der Gießener Polizeipräsident, Manfred Meise, hatte die Gewalt in unserer Gesellschaft als Thema. Er ersparte den Zuhörern, unter denen sehr viele Kinder und Jugendlichen waren Statements und theoretischen Überlegungen, sondern konzentrierte sich auf die Realität. Wie sieht es an den Schulen aus, welche Bedeutung haben Vereine und Elternhaus, um der steigenden Gewalt entgegen zu wirken. Er stellte aus seinem Haus die Arbeitsgemeinschaft Gewalt an Schulen vor. Einig war er sich mit Gerhard, dass eine Ursache steigender Gewaltbereitschaft der Jugendlichen ein Mangel an Zuwendung und Liebe im Elternhaus sein kann. "Es fehlt den Kindern und Jugendlichen das warme Nest in der Familie. Vereine können da einiges leisten. Sie stärken Selbstbewußtsein, sind ein Platz der Kommunikation und geben "Zugehörigkeitsgefühl", erklärte Meise.

Monika Koch-Emsermann, erfolgreiche Frauenfußballtrainerin, kam aus Bad-Homburg, um über die Zukunft des Frauenfussballs zu sprechen. 70.000 Kickerinnen in 6000 Vereinen müssten eigentlich mehr Interesse erhalten. Technik und Perfektion der Kickerinnen lassen auf eine gute Zukunft hoffen. Im Augenblick liegt es an der Basisarbeit des Verbandes, dass nichts passiert. Dem stimmte auch Petra Sattler zu, die bei ihrer Organisationsarbeit nur wenig Unterstützung von oben erhielt dagegen von den Mitgliedern des TSV hervorragend unterstützt wurde.

Mit einer Show der jüngsten Kunstradfahrer und einer Demonstration von Fussballtraining mit Mädchen endete der Tag.

Allzu rosig allerdings sieht Petra Sattler das Nachwuchsproblem im Mädchenfussball nach diesem Aktionstag nicht. Der Vorstand des TSV 1848 dagegen nimmt die Resonanz auf diesen Sporttag als Anlass sich Gedanken über ähnliche Veranstaltungen zu machen.